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11.10.14 15:03 Alter: 3 Jahre
Kategorie: MTB Marathon

2014-10-11: Sieg im Dschungel von Langkawi (Malaysia)

Beim Marathon auf Langkawi Island, der zur UCI Serie gehört, trug ich heute den Sieg davon. Dabei ließ ich Karl Platt und den Slowaken Michael Lami auf den weiteren Podestplätzen hinter mir.


Seit vier Tagen bin ich auf Langkawi Island in Malaysia. Mein Hauptaugenmerk liegt zwar auf der übermorgen beginnenden Langkawi International MTB Challenge, einer sechstägigen Rundfahrt. Doch nahm ich heute wie manch anderer die Gelegenheit wahr, im Rahmen des UCI Marathons mich mit den speziellen Gegebenheiten vertraut zu machen.
Nach ungewöhnlichen drei Tagen ohne Regen - dazu muss man wissen, dass der Oktober hier im Schnitt 19 Regentage aufweist - entschied ich mich heute Morgen für die Trockenreifen. Am Start wunderte ich mich noch ein wenig, dass fast alle Fahrer mit Malaysiaerfahrung eher gröberes Profil gewählt hatten. Nach nur wenigen Kilometern auf dem ersten Singletrail, in den ich als Dritter eingebogen war, wurde mir klar warum. Zwar war der Boden größtenteils abgetrocknet, dennoch gab es zahllose Matschlöcher und auch schmierige Kurven. Da war ich weniger gut beraten mit meiner Reifenwahl.

Nachdem ich gestern vorsichtshalber wegen einer aufziehenden Erkältung fast ganztags im Bett gelegen hatte, hielt ich mich zu Beginn des Rennens möglichst zurück. Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich das Rennen überhaupt beenden würde. Nach nur 15 Kilometern Renndistanz fand ich mich dennoch in einer dreiköpfigen Spitzengruppe wieder. Die Rennstrecke war ein Wechsel aus Singeltrails und Asphaltabschnitten. Auf diesen leistete ich heute keine Führungsarbeit, was Karl Platt etwas nervte. So versuchte er, mich zur Mitte des Rennens abzuschütteln, doch ich blieb bei ihm und Lami, der sich auch sehr stark zeigte.

Mittlerweile war ich zuversichtlich, dass ich bis zum Schluss mithalten würde. Nun beteiligte ich mich zunehmend an der Tempoarbeit. Keiner von uns traute sich einen echten Angriff zu. So kamen wir zu dritt zur letzten Verpflegung. Dort stoppte Lami wegen eines Platten. Gemeinsam mit Platt bog ich in die letzte Singletrailpassage von etwa zehn Kilometern Länge ein. Ich bemerkte, dass er diese längst nicht mehr so zügig in Angriff nahm wie zu Beginn des Rennens. Also zog ich vorbei und fuhr Vollgas voran. Meter um Meter konnte ich so zwischen uns legen. Schon bald war ich außer Sichtweite. Allerdings musste ich nun auch wieder einen Gang zurückschalten, bei der schwülen Hitze von 30 °C und 100 % Feuchte platzte mir fast der Kopf. Getrieben von der Angst, dass Lami oder Platt nochmals an meinem Hinterrad auftauchen könnten, fuhr ich so schnell ich konnte zum Ziel, die letzten Kilometer auf einer Asphaltstraße in Aeroposition.

Heute Morgen hatte ich keinesfalls damit gerechnet, doch nach 3 Stunden und 3 Minuten überquerte ich nach 80 Kilometern als erster die Ziellinie im Lagenda Park von Kuah. Platt kam etwa zwei Minuten nach mir ins Ziel, Lami hatte durch die Reifenpanne viel Zeit verloren und wies bereits über zehn Minuten Rückstand auf.

Die Bedingungen hier sind sehr speziell, noch nie bin ich ein solches Rennen gefahren. Fortwährend führt die Strecke über glatte Steine, durch Matschlöcher, durch Bäche und über wacklige Brücken. Dazu kommen die Hitze und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Kurz nach dem Zieleinlauf begann es wie aus Kübeln zu schütten, doch schon kurze Zeit später war der Spuk wieder vorbei.

Ich habe nun einen ersten Eindruck vom Renngeschehen auf Langkawi Island und gehe mit dem Sieg von heute zuversichtlich in die am Montag mit einem Prolog beginnende Rundfahrt. Zwar haben sich die Sieger der letzten beiden Jahre Giger und Yamamoto heute geschont und auf einen Start verzichtet, doch bin ich sicher, bis Montag ebenfalls wieder erholt zu sein.