Startseite | Kontakt | Impressum | Seitenverzeichnis
StartseiteNewsAktuellesArchivDas MaterialÜber michGalerieRennkalenderSponsoren & UnterstützerExterne Links
24.08.14 14:48 Alter: 3 Jahre
Kategorie: MTB Marathon

2014-08-23: Zehnter beim Grand Raid

Einmal wollte ich bei diesem Monument der MTB Marathon-Szene mitmachen. Es war dies die 25. Auflage von Verbier nach Grimentz. Von Schinderei und Erschöpfung hatte ich gehört und hab es heute selber probiert.


Das Grand Raid ist kein Mountainbike Rennen wie andere. Es ist wohl das härteste Eintagesrennen, das es gibt. Vergleichbar mit Paris-Roubaiy für Straßenfahrer mit dem kleinen Unterschied, dass es im französischen Jura 5000 Höhenmeter zu überwinden gilt. Ich hatte mich nicht speziell auf das Rennen vorbereitet, sondern das Rennen in mein Training für die DM eingebaut. Daher erwartete ich mir nicht allzu viel, doch unter die ersten Zehn wollte ich es schaffen.

Die erste Härte des Tages war der Wecker, der um 4:15 eine wenig erholsame Nacht beendete. Nach einem guten Birchermüsli zum Frühstück war ich parat für den Start zum Tagesanbruch um 6:30. Da ging es dann sogleich 700 Höhenmeter hinauf. Bis etwa zur Hälfte hielt ich mich in der ersten großen Gruppe, dann musste ich schon rausnehmen und mein eigenes Tempo fahren, obwohl es noch gar nicht so schnell war. Als 25. kam ich über den ersten Pass. Es sah nicht unbedingt danach aus, dass ich meine Ambitionen realisieren würde können.

Auf den nächsten 50 Kilometern bis Hérémence über drei kleinere Anstiege konnte ich nur vier Kontrahenten überholen. Dann ging es wieder lange bergauf. Mit der zweitbesten Zwischenzeit in diesem Sektor verlor ich zumindest keine Zeit mehr, Platzierungen gewann ich jedoch kaum. Im folgenden Höhenwanderweg, hielt ich mich zu lange hinter einem anderen Fahrer auf, der immer wieder an einem Stein hängen blieb. Ich verlor wieder etliche Minuten auf die vorderen Ränge.

Nach der Abfahrt hinunter nach Evoène kommt der Hauptteil des Tages, der gut zwanzig Kilometer lange Anstieg zum Pass de Lona auf knapp 2800 m. Da ich während des ganzen Tages diesen Hammer im Hinterkopf hatte, konnte ich jetzt mein Tempo steigern. Einen nach dem anderen holte ich ein. Getreu dem Motto "Das Beste zum Schluss" muss man die letzten 400 Höhenmeter zum Pass zu Fuß bewältigen. Dabei muss man sich seinen Weg durch die lange Schlange der Hobbyfahrer bahnen, die auf den kürzeren Distanzen unterwegs sind. Dies alles macht man durch, nachdem man bereits über fünf Rennstunden in den Beinen hat.

Schon vor dem Rennen war ich mir sicher gewesen, dass ich hier zu den Schnelleren gehören würde. Tatsächlich machte ich allein hier vier Plätze gut und kam als Neunter oben an. Nun ging es, von 150 Höhenmeter Gegenanstieg abgesehen, nur noch bergab nach Grimentz. Mein Vorsprung auf den Zehnten Ragnoli war mit zwanzig Sekunden nicht gerade beruhigend. Also musste ich schnellstmöglich abfahren. Nach der ersten Hälfte der Abfahrt war er mir noch nicht näher gekommen, doch erst jetzt wurde die Strecke richtig ruppig. Auf schnellen Passagen kam er mir immer näher, während ich in steilen kniffligen Stellen jeweils etwas Vorsprung zurück gewann.

In unserem Duell schlossen wir kurz vor Ende noch auf den Deutschen Meister Mennen auf. Während ich mich kaum noch am Lenker festhalten konnte, schoss Ragnoli mit seinem Fully an uns beiden vorbei. So beendete ich das Rennen als Zehnter, nur sechs Sekunden trennten mich von Platz acht. Auf den Sieger und Schweizer Meister Urs Huber hatte ich gut 22 Minuten Rückstand. Das hört sich zunächst schlimm an, doch nach dieser Hammertour ist es gar nicht so viel. Zwar kamen Huber und Europameister Sauser lediglich mit neun Sekunden Differenz ins Ziel, der Dritte Buchli hatte bereits neun Minuten Rückstand.

Dieses Rennen hat nicht zu Unrecht den Ruf, das härteste zu sein, das habe ich festgestellt. Und obwohl ich vom Training während der Woche noch angeschlagen war (mein Puls ging nie über 165 Schläge), habe ich mich ganz ordentlich geschlagen und bin mit meinem Abschneiden zufrieden. Vor einem Jahr wäre ich mit dieser Zeit Siebter gewesen vor zwei Jahren Dritter, ein Beleg für die hohe Klasse des diesjährigen Starterfeldes.

In den nächsten Tagen muss ich mich erst einmal erholen von diesem Ritt, denn ich bin echt müde.