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6.10.13 21:27 Alter: 4 Jahre

2013-10-06: Holzmedaille-VERDAMMT!!!

Bei der MTB Marathon DM entging mir gut anderthalb Kilometer vor dem Ziel die schon sicher geglaubte Silbermedaille durch eine heruntergefallene Kette. Schwer enttäuscht erreichte ich als Vierter das Ziel.


In Münsingen wurde heute die zehnte Deutschen Marathon Meisterschaft ausgetragen. Dabei mussten wir zunächst eine 83 Kilometer lange eher flache Runde absolvieren. Zum Schluss wartete eine knapp 10 Kilometer lange deutlich anspruchsvollere Runde, die es zweimal zu umrunden galt, auf uns.

Wir Fahrer vom Team Centurion Vaude hatten uns das Podium zum Ziel gesetzt. Titelverteidiger - und aufgrund der jüngsten Ergebnisse - war unser Kapitän Markus. Jochen und ich versuchten in den ersten zwei Dritteln des Rennens durch Tempoverschärfungen die Topfavoriten Mennen und Milatz herauszufordern und zu ermüden. Auch Leisling und Marx forcierten immer wieder. Doch ein bärenstarker Robert Mennen hatte es sich offenbar zum Ziel gesetzt heute gar nichts zuzulassen. Er parierte jede Attacke und sorgte seinerseits immer wieder für das Tempo.

Zwar lief auf der eher flachen großen Runde immer wieder eine große Gruppe zusammen, doch zum Ende der großen Schleife ging es dann wirklich ab. Bei der ersten Zieldurchfahrt lagen sieben Fahrer zusammen in Front. Markus, Jochen und ich hingen etwas zurück. Jochen half uns zurück in die Gruppe und fiel danach ausgepumpt zurück. Im langen Anstieg der ersten Finalrunde hatte ich zunächst wie schon im gesamten Rennverlauf Mühe. Irgendwie hatte ich häufig das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen.

Doch plötzlich legte sich ein Schalter um, und ich konnte als Vierter in die nächste Abfahrt gehen. Vor mir lagen Robert Mennen, Markus Bauer und Simon Stiebjahn. Im weiteren Verlauf schaffte nur noch Markus den Anschluss, verlor in der Schlussabfahrt jedoch wieder an Boden. Das war jedoch mein Glück. Denn kurz nach Beginn der zweiten Finalrunde streikte mein Schaltwerk. Ich musste vom Rad, um es wieder in Gang zu bringen. Gerade als ich wieder auf dem Rad saß, kam Markus und half mir zurück zu den drei Spitzenreitern. Er selber schaffte den Anschluss nicht mehr.

Der lange Anstieg führte zu keiner Entscheidung. Es stand noch eine durch den starken Regen von Samstag und der Nacht schwer zu bewältigender enger Wiesenanstieg an. Mennen sprintete, um als erster hineinzugehen. Ich lag hinter Bauer auf drei. Stiebjahn schien schon geschlagen. Mennen entkam Meter um Meter. Wohl aufgrund seiner im gesamten Rennen gezeigten Stärke versuchten weder Bauer noch ich auf Biegen und Brechen hinterherzugehen.
Mennen war auf dem Weg zum Titel, wir drei belauerten uns erneut. In einer schlammigen Abfahrt wählte ich die beste Linie, konnte Bauer überholen und in einem kleinen Gegenanstieg etwas distanzieren. Es lagen nur noch knapp zwei Kilometer zwischen mir und der Silbermedaille. Nach einer kurzen Rollphase in der Abfahrt wollte ich wieder beschleunigen. Doch zu meinem Entsetzen trat ich ins Leere. Der Blick nach unten offenbarte mir sofort den Grund. Die Kette war wohl wegen der mittlerweile dicken Schlammpackung im Tretlagerbereich vom Kettenblatt gefallen. Ich musste anhalten und die Kette wieder auf das Kettenblatt auflegen. Natürlich schossen Bauer und Stiebjahn an mir vorbei und machten die Medaillen unter sich aus. Für mich blieb nur eine bittere Enttäuschung übrig. Niedergeschlagen verließ ich sofort das Zielgelände. Welch ein Déjà-vu. Hatte ich doch bereits vor dreieinhalb Jahren bei der Radcross DM aufgrund einer heruntergefallenen Kette eine Medaille verloren.

Es tut mir so leid, dass ich die in unser Team gesetzten Erwartungen nicht voll erfüllen konnte wenngleich ich glaube, dass wir heute ein wirklich tolles Teamwork abgeliefert haben. Zunächst haben wir für Markus gekämpft. Als klar war, dass er heute nicht die besten Beine hat, drehte sich die Situation um. Mir bleibt die Erkenntnis, dass ich es einmal mehr geschafft habe, bei einer DM in Topform am Start zu stehen, die mich befähigte mit um das Podium zu kämpfen. Wenigstens das macht mich stolz. Ich hoffe, dass ich diese Form am kommenden Freitag beim Marathon im Rahmen des Roc d'Azur Festivals an der Cote d'Azur in einen Treppenplatz ummünzen kann.